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14.09.26

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Was einen guten Barfußschuh für Kinder ausmacht

Kinderfüße sind keine kleinen Erwachsenenfüße. Sie befi nden sich noch mitten in der Entwicklung und verändern sich in den ersten Lebensjahren ständig. Knochen, Muskeln, Bänder und Gelenke entwickeln sich weiter – und Bewegung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Als Physiotherapeutin für Kinder und jemand, der sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung von Kinderfüßen beschäftigt, ist mir deshalb besonders wichtig, dass Schuhe den Fuß nicht unnötig in seiner natürlichen Bewegung einschränken.

Denn grundsätzlich gilt: Barfuß ist für die Fußentwicklung immer die beste Lösung – wenn es die Umgebung zulässt. Zuhause, im Garten oder auf sicheren Untergründen dürfen Kinder ihre Füße deshalb so oft wie möglich frei bewegen und verschiedene Untergründe spüren.

Aber natürlich können Kinder nicht überall barfuß laufen. Draußen, bei Kälte, Hitze oder scharfkantigem Untergrund brauchen sie Schutz für ihre Füße. Und genau dann kommt es darauf an, einen Schuh zu wählen, der dem natürlichen Bewegungsbedürfnis des Kinderfußes möglichst viel Raum lässt.

Woran erkenne ich einen guten Barfußschuh für Kinder?

Aus physiotherapeutischer Sicht gibt es einige wichtige Kriterien, auf die Eltern bei der Auswahl achten können.

1. Genug Platz für die Zehen

Kinder nutzen ihre Zehen nicht nur zum Abrollen. Sie sind auch wichtig für Gleichgewicht und Stabilität. Beim Stehen und Gehen können sich die Zehen auffächern und aktiv mitarbeiten.

Ist ein Schuh im Zehenbereich zu schmal, werden die Zehen zusammengedrückt. Der Fuß kann sich dann nicht so frei entfalten, wie er es barfuß tun würde.

abei ist wichtig: Breit bedeutet nicht automatisch passend für jedes Kind. Kinderfüße sind unterschiedlich geformt. Neben der Länge sollte deshalb immer auch die individuelle Fußbreite und die Form des Fußes berücksichtigt werden.

2. Eine flexible Sohle

Ein Kinderfuß möchte sich bewegen. Beim Gehen verändert sich seine Form, der Fuß passt sich dem Untergrund an und die einzelnen Gelenke arbeiten miteinander.
Ein guter Barfußschuh sollte diese Bewegungen mitmachen. Dafür muss die Sohle sich leicht einrollen, verwringen und auch verdrehen lassen.
Auch die Wahrnehmung des Untergrundes spielt dabei eine Rolle. Unterschiedliche Untergründe liefern dem Kind Informationen, die es für Gleichgewicht und Koordination verarbeitet. Ein möglichst wenig einschränkender Schuh kann diese natürliche Bewegung unterstützen.

3. Leicht statt schwer

Gerade kleine Kinder bewegen sich unglaublich viel. Sie laufen, springen, klettern, rennen und wechseln ständig ihre Bewegungsrichtung.

Ein schwerer Schuh bedeutet dabei, dass bei jedem Schritt zusätzliches Gewicht bewegt werden muss. Deshalb achte ich bei Kinderschuhen auch auf ein möglichst geringes Eigengewicht.

4. Keine Absatzsprengung

Ein weiteres wichtiges Merkmal eines Barfußschuhs ist eine fl ache Sohle ohne erhöhte Ferse.

Eine sogenannte Absatzsprengung verändert die Stellung des Fußes und damit auch die Ausgangsposition der gesamten Beinachse und des Körpers.

5. Der Schuh sollte den Fuß möglichst wenig einschränken

Bei der Auswahl eines Kinderschuhs geht es für mich nicht darum, möglichst viele Funktionen einzubauen. Im Gegenteil: Ein guter Schuh sollte dem Fuß so viel Arbeit wie möglich selbst überlassen.

Der Fuß soll sich bewegen können, die Zehen sollen Platz haben und die Sohle sollte die natürliche Bewegung nicht unnötig blockieren.

Das ist auch der Grund, warum ich Barfußschuhe für gesunde Füße empfehle: Sie versuchen nicht, den Fuß zu stützen, sondern geben ihm möglichst viel Freiheit.

Nina

Wann brauchen Kinder überhaupt Schuhe?

Die Frage wird mir am häufi gsten gestellt.

Babys, die noch nicht laufen, benötigen grundsätzlich keine Schuhe, die den Fuß stützen oder in eine bestimmte Position bringen. Babys können und sollen viel barfuß sein. So nehmen sie nicht nur ihre Umgebung besser wahr, sondern können auch ihre Temperatur regulieren.

Sobald Kinder anfangen zu laufen, brauchen sie Schuhe in erster Linie dann, wenn ihre Füße geschützt werden müssen – beispielsweise draußen vor Kälte, Hitze oder Verletzungen.

Zu Hause oder auf sicheren Untergründen darf möglichst viel und oft barfuß gelaufen werden.

Und ganz wichtig: Der beste Schuh ist der, der richtig passt.

Selbst der flexibelste und leichteste Barfußschuh ist nicht automatisch ein guter Schuh, wenn er dem Kind nicht richtig passt.

Deshalb sollten Eltern nicht nach der Schuhgröße gehen. Schuhgrößen sind zwischen verschiedenen Herstellern und Modellen nicht einheitlich. Eine Größe 25 kann bei einem Modell anders ausfallen als bei einem anderen.

Entscheidend sind die tatsächlichen Innenmaße und die Form des Schuhs im Verhältnis zum Kinderfuß.

Ich empfehle deshalb, die Füße regelmäßig zu messen und dabei sowohl die Fußlänge als auch die Fußbreite zu berücksichtigen, damit der Fuß auch beim Laufen und in Bewegung genügend Raum hat.

Gerade bei Kindern ist das besonders wichtig: Sie wachsen oft schneller, als man denkt – und manchmal merkt man erst spät, dass der Schuh inzwischen zu klein geworden ist.

Mein Fazit als Kinderphysiotherapeutin

Barfußlaufen bleibt für mich die natürlichste Möglichkeit, Kindern die freie Bewegung ihrer Füße zu ermöglichen. Wo Schuhe notwendig sind, sollten sie deshalb möglichst wenig in diese natürliche Bewegung eingreifen.

Aus physiotherapeutischer Sicht erfüllt qnuffs alle Kriterien, die ich an einen guten Barfußschuh für Kinder stelle: eine großzügige Zehenbox, eine flexible Sohle, ein geringes Gewicht, eine flache Sohle und viel Bewegungsfreiheit für kleine Füße.

Wichtig ist immer: Der passende Schuh sollte für die individuelle Fußform des Kindes ausgewählt werden.

Denn am Ende geht es darum, den perfekten Schuh für dein Kind zu fi nden. Einen Schuh zu fi nden, der zum jeweiligen Fuß passt und ihm möglichst viel von dem ermöglicht, was er barfuß ganz selbstverständlich kann: sich bewegen, den Untergrund wahrnehmen, stabilisieren, abrollen und die Welt entdecken.


Über die Autorin

Nina Holtkamp ist Kinderphysiotherapeutin und Expertin für Kinderfüße. Seit 2011 arbeitet sie als Physiotherapeutin und hat sich bereits direkt nach ihrer Ausbildung auf die Therapie von Kindern spezialisiert. Im Laufe ihrer berufl ichen Tätigkeit hat sie sich unter anderem in der Vojtatherapie, Atemphysiotherapie und der dreidimensionalen Fußtherapie nach Zukunft-Huber weitergebildet.

Das Thema Kinderfüße und die Entwicklung des Fußes begleitet sie seit Beginn ihrer berufl ichen Laufbahn. Ihr besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Bedeutung von Bewegung, einer natürlichen Fußentwicklung und passendem Schuhwerk.

Ihr Wissen gibt sie nicht nur in ihrer physiotherapeutischen Arbeit weiter, sondern auch in Kursen für Eltern, Großeltern und Fachpersonal. Außerdem ist sie Autorin des Ratgebers „Gut zu Fuß – von klein auf“, der Eltern praktische Informationen rund um Kinderfüße, Fußgesundheit und die richtige Schuhwahl vermittelt.

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Quellen: 
Klein C, Groll-Knapp E, Kundi M, Kinz W. (2009). Increased hallux angle in children and its association with insufficient length of footwear: A community based cross-sectional study. BMC Musculoskeletal Disorders, 10, 159. 

Zhang et al. (2023). Understanding the Role of Children’s Footwear on Children’s Feet and Gait Development: A Systematic Scoping Review.Healthcare, 11(10), 1418 

Wolf S, Simon J, Patikas D, Schuster W, Armbruster M, Döderlein L. (2008). Foot motion in children shoes – A comparison of barefoot walking with shod walking in conventional and fl exible shoes. Gait & Posture, 27(1), 51–59